Anfängliche Befürchtung: online - "Tod der gedruckten Zeitung"
1. Aber: Warum engagieren sich Tageszeitungen dann überhaupt im Internet?
Defensive
Strategie:
·
Erwartung: Konkurrenz zum Internet, Nachteile für Print.
·
Ziel: Sicherung der Position
·
Mittel: Marktbesetzung
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des Thesenpapiers
im Word-Format |
Offensive
Strategie:
·
Nutzung von Verbundvorteilen.
·
Jugendliche für Muttermedium zurückgewinnen.
·
Vorsprung durch eingeführten Markennamennutzen
2. Auswirkungen neuer Medien auf Tageszeitungen bisher
Fernsehen:
Zeitungen, die sich vom Fernsehen beeinflussen lassen, sind erfolgreicher.
Aber:
Nur formale Angleichung. Inhaltliche Abgrenzung
Privater
Rundfunk: Rückgang der Reichweite
Videotext:
beeinflusste Nutzung negativ
Internet:
Keine Hinweise auf Auflagenrückgang wegen dieses neuen Mediums
3. Mögliche Beziehungen zwischen altem und neuem Medium
1)
Kontemplementarität
(Rieplsches
Gesetz:
Alte,
einfache Medien können einem von neuen, höher entwickelten Medien
"niemals wieder gänzlich und dauernd verdrängt und außer
Gebrauch gesetzt werden [...], sondern sich neben diesen erhalten, nur
daß sie genötigt werden, andere Aufgaben und Verwertungsgebiete
aufzusuchen".
2)
Imitation
3)
Kooperation
4. Bedeutung der Online-Tageszeitungen heute
1.
etwa 160 Online-Tageszeitungen in Deutschland
2.
Nutzung: Steiler Anstieg der Pageimpressions
3.
Finanzielle Situation: Werbeeinnahmen wachsen sehr stark, bisher aber keine
Kostendeckung
4.
Glaubwürdigkeit: Von allen Medien ist das Internet für die Benutzer
das unglaubwürdigste
5. Zukunft:
Traditionelle
Stärken der Zeitung auch online wichtig
Online
künftig mehr Gewicht auf Rubrikenanzeigen
Nutzer:
Multimedia unwichtig
Wichtig:
Aktualität, Breite, Tiefe des Angebots
Individualisierung:
Computer
stellt Nachrichten nach Nutzerprofil zusammen
Newsletter
für einzelne Ressorts
FishWrap-Projekt
Großer
Einfluss der Presseunternehmen auf alle Medien:
·
Besitz an 54 % der Fernsehanstalten
·
und 77 % der Hörfunkanstalten in Deutschland (1995)
·
Engagement beim Videotext
·
Presseverlage durch Online-Tageszeitungen hervorragend auf dem Online-Nachrichtenmarkt
vertreten
Trend
zu Multimediakonzernen
·
Zeitungsverlage als Wissenszentren mit Vielzahl von Produkten und Diensten
·
Rundfunk, Film, Druck und Computer könnten zu einer großen Kommunikationsindustrie
zusammenwachsen.
·
Informationsunternehmen werden überleben, reine Presseunternehmen
kaum
6. Fazit:
Aus
heutiger Sicht wird die elektronische Zeitung auch in Zukunft die gedruckte
Version ergänzen, nicht jedoch ersetzen.
Die
früheren Befürchtungen vor allem der Verleger scheinen unbegründet
zu sein.
Dafür
spricht auch eine Meldung der Nachrichtenagentur AP, die die RP-Online
(die Online-Redaktion der Rheinischen Post) am 13. Juni 2000 veröffentlichte.
Darin geht es um eine Studie, die beim 53. Weltzeitungskongress in Rio
de Janeiro statt fand.Demnach haben die Zeitungen vom Internet profitiert.
Das Internet habe die Zeitungen nicht verdrängt. Statt dessen "hätten
die Zeitungen die Herausforderung angenommen und mit einer neuen Vermarktung
ihres Produkts Gewinne erzielt". Das bedeutet jedoch nicht, dass die Verlage
die Gewinne über ihr Online-Engagement eingefahren hätten, denn:
"In 27 der 46 untersuchten Länder steigerten die Zeitungen ihre
Auflagen im vergangenen Jahr, fand der Weltzeitungsverband
heraus. In anderen Staaten, in denen die Auflagen weiter
zurückgingen, habe sich der Abwärtstrend zumindest verringert.
Die Prognose von Microsoft-Chef Bill Gates, dass Zeitungen und
Zeitschriften bis zum Jahr 2000 verdrängt seien, sei unklug
gewesen, sagte Timothy Balding, Generaldirektor des
Weltzeitungsverbands. "Jeder, der zu ihrer (der Printmedien)
Beerdigung hierher kam, wird wahrlich enttäuscht werden."
Doch es gibt trotzdem einen Verlierer: Das Fernsehen. "Die Zahl derjenigen Internetnutzer, die ihren Fernsehkonsum reduziert haben, sei sechs Mal größer als die Zahl derjenigen, bei denen der Internetkonsum auf Kosten der Zeitungslektüre ging", so zietiert der Bericht aus der Studie. Zeitungen dagegen gelten weiterhin als kompetente und glaubwürdige Nachrichtenvermittler hätten und ihre Markennamen auch entsprechend im Internet vermarktet. Selbst einen leichtem Rückgang ihrer Printauflage hätten viele Zeitungen mit einem Internet-Auftritt mehr als wettmachen können.
Verwendete
Literatur:
·
Breyer, Thomas: Entwicklungen auf dem Online-Markt. In: BDZV (Hrsg.): Zeitungen
`98. Bonn 1998, S. 214-223.
·
Hoffmann, Thomas: Unter Zugzwang. In: Journalist. Das deutsche Medienmagazin.
Nr. 11, November 1999, S. 40-42.
·
Neuberger, Christoph/Tonnemacher, Jan (Hrsg.): Online - Die Zukunft der
Zeitung? Das Engagement deutscher Tageszeitungen im Internet. Opladen/Wiesbaden
1999.
·
Rada, Holger: Von der Druckerpresse zum Web-Server. Zeitungen und Magazine
im Internet. Berlin 1999. S. 71-121.
·
Riefler, Katja: "The Daily Me - personalisierte Informationsdienste im
Internet. In: BDZV (Hrsg.): Zeitungen `99. Bonn 1999, S. 196-205.
·
Riefler, Katja: Was fasziniert Printmedien am weltweiten Computernetz?
In: Dernbach, Beatrice/Rühl, Manfred/ Theis-Berglmair, Anna-Maria:
Publizistik im vernetzten Zeitalter. Berufe - Formen - Strukturen. Opladen
1998, S. 109-121.